Bilanzierung und Bewertung

Der ungeprüfte verkürzte Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2014 wurde nach den in der Europäischen Union verpflichtend anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS) und diesbezüglichen Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB) für Zwischenberichterstattung aufgestellt. Bei der Aufstellung des Zwischenabschlusses wurden die hierfür ab dem 1. Januar 2014 verpflichtend anzuwendenden Standards und Interpretationen beachtet.

Seit dem 1. Januar 2014 sind insbesondere die neuen bzw. überarbeiteten Standards zur Bilanzierung von Anteilen an anderen Unternehmen anzuwenden. Hierunter fallen die neuen Standards IFRS 10, IFRS 11 und IFRS 12 sowie die überarbeiteten Standards IAS 27 und IAS 28. IFRS 10 ersetzt die bislang in IAS 27 enthaltenen Vorschriften zum Konzernabschluss und definiert im Wesentlichen den Begriff der Beherrschung neu, der die Basis zur Abgrenzung des Vollkonsolidierungskreises ist. Hieraus ergeben sich jedoch für LANXESS keine Änderungen. IFRS 11 befasst sich mit der Bilanzierung von gemeinsamen Vereinbarungen und erfordert eine Neueinschätzung, ob eine gemeinschaftliche Tätigkeit oder ein Gemeinschaftsunternehmen vorliegt. Bei gemeinschaftlichen Tätigkeiten werden Vermögenswerte und Schulden sowie Erlöse und Aufwendungen gemäß den Rechten und Pflichten der beteiligten Partner an der gemeinsamen Vereinbarung anteilig einbezogen. Gemeinschaftsunternehmen werden hingegen unter Berücksichtigung der geänderten Regelungen des IAS 28 gemäß der Equity-Methode im Konzernabschluss berücksichtigt. Die bisher nach den Vorschriften der Quotenkonsolidierung einbezogene Beteiligung an der DuBay Polymer GmbH, Hamm (Deutschland), ist, da die beteiligten Partner die Führung gemeinsam ausüben, die Produktion vollständig gemeinsam abnehmen und kein Zugang zu externen Finanzierungsquellen besteht, als gemeinschaftliche Tätigkeit einzustufen, so dass die Bilanzierung weiterhin anteilig durchgeführt wird. Die Anwendung der neuen bzw. überarbeiteten Standards hat keine Auswirkungen auf die Einstufung der Beteiligung an der Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen (Deutschland), als assoziiertes Unternehmen, so dass die Bilanzierung gemäß IAS 28 weiterhin nach der Equity-Methode erfolgt. Da schließlich IFRS 12 Angabepflichten betrifft, hat die Anwendung der neuen bzw. überarbeiteten Standards insgesamt keinen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des LANXESS Konzerns.

Weiterhin sind mit Beginn des Geschäftsjahres 2014 die im Mai 2013 veröffentlichten Änderungen an IAS 36 anzuwenden. Durch die neuen Regelungen wird klargestellt, dass der für einen Vermögenswert oder eine zahlungsmittelgenerierende Einheit erzielbare Betrag lediglich dann anzugeben ist, wenn in der Berichtsperiode eine Wertminderung oder Wertaufholung vorgenommen wurde. Außerdem werden erweiterte Angabepflichten eingeführt, wenn im Zusammenhang mit vorgenommenen Wertminderungen oder Wertaufholungen der erzielbare Betrag auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten des Abgangs bestimmt wurde. Da ausschließlich Anhangangaben betroffen sind, ergeben sich aus der Anwendung keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Im Einklang mit IAS 34 wurde für die Darstellung des Zwischenabschlusses ein gegenüber dem Konzernjahresabschluss verkürzter Berichtsumfang gewählt. Die im Anhang zum Konzernjahresabschluss zum 31. Dezember 2013 gegebenen Erläuterungen gelten insbesondere hinsichtlich der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechend.

Die Aufstellung des Konzernzwischenabschlusses erfordert, dass Annahmen getroffen und Schätzungen verwendet werden, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualverbindlichkeiten auswirken. Sämtliche Annahmen und Schätzungen basieren auf Prämissen, die zum Bilanzstichtag Gültigkeit hatten. Deren Ermittlungsmethodik folgt dabei grundsätzlich der des Konzernabschlusses 2013. Die tatsächlichen Werte können von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen, wenn sich die genannten Rahmenbedingungen entgegen den Erwartungen zum Bilanzstichtag entwickeln.

Der vorliegende Zwischenabschluss enthält keine Sachverhalte, welche die Vermögenswerte, Schulden, das Eigenkapital, Periodenergebnis oder die Zahlungsmittelströme wesentlich beeinflussen und die aufgrund ihrer Art, ihres Ausmaßes oder ihrer Häufigkeit ungewöhnlich sind.

Die Gesamtaktivitäten des LANXESS Konzerns unterliegen typischerweise keiner ausgeprägten Saisonalität. Aufgrund der Geschäftstätigkeit der einzelnen Segmente ist jedoch in der Regel bei Umsatz und Ergebnis ein stärkeres erstes Halbjahr zu verzeichnen. So erzielen agrochemische Produkte des Segments Advanced Intermediates aufgrund des Vegetationsverlaufs üblicherweise in den ersten sechs Monaten die höchsten Absätze. Ebenfalls saisonal beeinflusst sind die Geschäfte der Segmente Advanced Intermediates und Performance Chemicals mit Produkten für die Bauindustrie, wo sich witterungsbedingt in den Sommermonaten ein höherer Absatz ergibt als in den für die Bauindustrie produktionsschwachen Wintermonaten.